Wo ist die Kunst in dieser Zeit?

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Wo ist die Kunst in dieser Zeit?

Kunstaktivismus als Medium der Aufmerksamkeit.

Kunst setzt sich immer zwischen die Nullen und Einsen dieser digitalisierten Welt, Kunst ist uns einen Schritt voraus, Kunst kann die Sicht auf Dinge verändern.

Wo also bleibt die Kunst gegenwärtig? In einer Zeit, in welcher der konkreter werdende Terror immer engere Kreise zieht, in der Menschen vor Krieg ihre Heimat verlassen, um dann vor Zäunen zu stehen oder vor Meinungen, die keiner Willkommenskultur Respekt zollen. Wo ist die Kunst, die uns aufmerksam werden lässt, die einfühlsam hinweist, die politisch ist?

Es gibt sie! Aber sie ist laut, sie ist medial selten präsent und sie ist oft plakativ bis populistisch. Sie zeigt sich in der Fotografie, auf der sich der chinesische Künstler Ai Weiwei in der Pose eines ertrunkenen Kindes festhalten lässt, oder wenn dieser das Konzerthaus in Berlin mit Schwimmwesten von der Insel Lesbos verhüllt. Integrativ, aber nicht gerade politisch, war das Gemeinschaftsprojekt von Ólafur Elíasson im Augarten in Wien, das Studierende gemeinsam mit Geflüchteten grüne Leuchtlampen bauen ließ. Man kann sich auch durchaus die Frage stellen, auf wen die radikalen und lauten Kunst-Aktionen des Berliner Zentrums für Politische Schönheit aufmerksam machen sollen. Auf die soziale Situation von Flüchtlingen oder auf die Berliner Akteure? Um wen und um was geht es, wenn Kunst politisch ist?

Die Künstler und ihre Kunstwerke, die sich in einen aktuellen politischen Diskurs einmischen möchten, haben es nicht leicht: Sie versuchen den unendlich vielen Medienbildern komplexere Bilder entgegenzustellen – und tappen dabei in „Fallen der Freiheit“, wie Hanno Rauterberg in seinem Artikel in der Zeit 2015 bereits analysierte.

Die letzte Nachlese des Wintersemesters 16/17 beschäftigt sich mit dem Thema Kunst & Politik und stellt die Frage, warum in den letzten Wochen und Monaten in der Presse die politische Stimme der Kunst kaum zu vernehmen ist.

Wo ist die Kunst in dieser Zeit? Und wo sind die Kunsthistoriker und Museumsdirektoren?

Folgende Artikel bilden die Grundlage für die Diskussion der Nachlese Nr. 9, am Sonntag, 22.01.2017, 17.30 im Galestro Bonn:

 

 

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„Nun sag, wie hast du’s mit der Nation?“

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Nachlese am Sonntag, 18.12.2016, 17.30 Uhr, Galestro Bonn

„Nun sag, wie hast du’s mit der Nation?“
Von Stolz, Vorurteil und dem aktuellen Wandel der Begriffe

Begriffe sind mehr als nur bezeichnende Werkzeuge. Sie sind Bedeutungsträger, tragen unser Denken über die Welt in sich, leiten und motivieren unser Handeln. Anders ausgedrückt: „Frames werden durch Sprache im Gehirn aktiviert. Sie sind es, die Fakten erst eine Bedeutung verleihen, und zwar, indem sie Informationen im Verhältnis zu unseren körperlichen Erfahrungen und unserem abgespeicherten Wissen über die Welt einordnen“, schreibt Elisabeth Wehling in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht“. Neben dem vielbeschworenen Kampf der Bilder ist längst ein Kampf um die Deutungshoheit der Begriffe in Gang. „Wer das Volk ist, das bestimmen wir alle,“ sagte Merkel beim CDU-Parteitag in Essen. Eigentlich erstaunlich, dass die Bundeskanzlerin eines demokratischen Staates dies extra betonen muss – dass Sie dafür gesonderten Applaus bekam, zeigt wo wir stehen. Sang Herbert Grönemeyer vor der Jahrtausendwende noch linksangehaucht „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“, mag sich dies aktuell als (miß-)brauchbarer Bumerang erweisen. Insbesondere in den gefühlsgeführten Debatten, die inzwischen von bayerischen ‚Volksparteien‘ recht(s) freimütig gestaltet und postfaktisch salonfähig werden. Ebenso scheint die Gegenwart ein Fenster der Offenheit zu schließen, welches das 2006er Fußballmärchen der Nationalflagge gegenüber gebar.

Die von LeFlash, das Kulturmagazin aus dem Rheinland, moderierte Nachlese möchte ausloten, wer, wie, warum, welche Begriffe strategisch besetzt oder naiv spreadet. Und welche „Frames“ werden bei Ihnen aktiviert, wenn Sie „Elite“, „umF“, „Abgehängter“, „Überfremdung“, „Deutschland“, „Sylvesternacht“, „Stolz“, „Nation“, „Sorge“ oder „Bürgersorgen“ hören?

Folgende Beiträge schlagen wir zum Nachlesen vor:

 

 

„Fuck the facts, enjoy the ride!“

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Der US-Wahlkampf 2016 zwischen den Kandidaten Trump und Clinton führt der Welt wie kaum ein anderes Beispiel den starken Aufwind populistischer Meinungsbildung fast täglich vor Augen. Auch Europa scheint vom Flächenbrand des Populismus erfasst zu sein. Aber warum erreichen die schweizerische SVP, die österreichische FPÖ, der französische Front National, die niederländische Freiheitspartei, die Dänische Volkspartei  bis zu dreißig Prozent oder stellen wie die Fidesz in Ungarn sogar die Regierung? Was hat die Schwedendemokraten auf über 20 Prozent getrieben? Weshalb liegt die AfD in Deutschland mittlerweile bei 15 Prozent oder mehr und lässt die alten Volksparteien ratlos zurück?

Die Nachlese am 13. November 2016 wird sich einerseits mit dem Wahlergebnis in den USA beschäftigen, dieses andererseits jedoch auch als Ansatz in der anhaltenden Debatte über den Politikwandel und den deutlichen Attraktivitätsverlust alteingesessener Parteien nutzen.

Folgende Zeitungsartikel schlagen wir zum Nachlesen vor:

 

 

See EU later?!

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Nachlese, Teil IV. Thema:

„See EU later?!“ Brexit, Brexin und die Folgen für Europa

Mittwoch, 6. Juli 2016, 18-19h im FAZ Café.

In der Nachlese am 6. Juli im FAZ Café möchten wir die Folgen des EU-Referendums diskutieren.
Am 23. Juni 2016 stimmten 51.9% der Briten gegen den Verbleib in der Europäischen Union. Die Landesteile des United Kingdom haben sehr unterschiedlich abgestimmt, ebenso die verschiedenen Generationen. Schottland ist vereint in “Remain”-Rufen und wendet sich nun erneut politisch von England ab, seit die Ergebnisse bekannt wurden. Junge Wähler haben mit über 70% für Europa gestimmt und sind von den alten, “aussterbenden” Wählern schockiert.
Wie es auf der Insel weitergeht ist unklar. Premier David Cameron hat seinen Rücktritt für September angekündigt. Die englischen Rechtspopulisten haben die Wahl gewonnen, die “Leave”-Tories haben mit ihren antieuropäischen Parolen Stimmen erhalten. Nun aber sieht es nach Stillstand aus. Die britische Absicht die Europäische Union gemäß Artikel 50 der Verfassung zu verlassen ist noch nicht offiziell erklärt. Erst wenn der erwartete Antrag zum Austritt vorliegt, kann der zweijährige Negotiationsprozess beginnen. Das Europäische Parlament wartet. Boris Johnson spielt Golf und zieht sich ins stille Kämmerlein der Nichtkandidatur für den Premierposten zurück. Nigel Farage verliert nach seinem Sieg noch weiter an Glaubwürdigkeit; Michel Gove inszeniert sich als präsenter, tatkräftiger Macher.
Kernfragen unser Diskussion sind Europaskeptizismus, Rechtspopulismus und Extremisierung, sowie die Zukunft Europas.
Folgende Beiträge werden Grundlage der Diskussion sein:

„Hat aber alles nix mit nix zu tun“

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Nachlese,  Teil V. Thema: „Hat aber alles nix mit nix zu tun“. Die Instrumentalisierung des Terrors durch Politiker.

Sonntag, 24. April 2016, 18 Uhr im FAZ-Café der Uni Bonn

„Viele Grüße aus Brüssel. Wir haben soeben das Parlament verlassen. Hubschrauber kreisen. Militär rückt an. Sirenen überall. Offenbar viele Tote am Flughafen und am Zentralbahnhof. Hat aber alles nix mit nix zu tun.” Die Zeilen, die die AfD-Politikerin Beatrix von Storch kurz nach den Anschlägen von Brüssel auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte, sorgten in Presse und sozialen Medien für Wirbel. Inwiefern der Politikerin die Maus ausgerutscht war, sie provozieren wollte und wo das Ziel einer solch scheinbar undifferenzierten Aussage liegt, soll Teil der nächsten Nachlese sein. Die kommende Runde beschäftigt sich daher u.a. mit Fragen danach, welche rhetorischen Strategien besonders populistische Politiker verfolgen, um ihre Agenda zu verfolgen und in der Presse beachtet zu werden. Diskutieren wir über Terror und seine Ursachen und Folgen? Oder geht es im politischen Diskurs um Wählerstimmen? Handelt es sich bei populistischen Aussagen um Instrumentalisierung von Nachrichten? Werden Gewalt und Leiden für eigene Zwecke funktionalisiert?

 

Grundlage für das Thema der fünten Nachlese sind folgende Artikel:

 

 

„Filterblasen und Echokammern“

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Nachlese, Teil IV. Thema: „Filterblasen und Echokammern“.Die Glaubwürdigkeit deutscher Medien auf dem Prüfstand.

Zu Gast: Torsten Beermann, WDR Redakteur und Reporter (u.a. Tagesschau, Tagesthemen, Presseclub)

Sonntag, 21. Februar 2016, 18-19 Uhr im café kurzlebig

Immer schon hat es Medienkritik gegeben – sinnvolle Kontrolle, die die Pressefreiheit hoch hält. Doch spätestens seit der Krim-Krise werden nicht nur Stimmen von ganz rechts oder links immer lauter, die die Presselandschaft als unglaubwürdig hinstellen, die Gesamtzahl der Kritiker ist in der vergangenen Zeit enorm gewachsen. Doch sind Twitter, Facebook & Co wirklich die besseren Nachrichten-Lieferanten? Deutsche Medien sehen sich heutzutage mehr denn je mit dem hartnäckigen Gerücht konfrontiert nicht frei, sondern gelenkt zu sein. Was können Nachrichtenagenturen, Fernsehen und Presse für ihre Glaubwürdigkeit tun, wie gehen wir damit um und wie können wir uns ausreichend informieren, um uns ein Bild machen zu können?

Diese und andere Fragen werden wir am Sonntag, 21. Februar 2016 bei der Nachlese gemeinsam mit Torsten Beermann, WDR Redakteur und Reporter diskutieren. Grundlage werden folgende Artikel sein:

 

Deutungshoheit und Skandal

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Nachlese Teil III: Deutungshoheit und Skandal: Die Aufarbeitung der Kölner Silvesternacht

Kernfrage der Diskussion um die Kölner Silvesternacht ist, so scheint es, worüber eigentlich diskutiert werden soll. Geht es um sexualisierte Gewalt, Sexismus und Geschlechterverhältnisse? Oder geht es um Asylrecht, Zuwanderung und Integration? Und wenn es um beides geht, wie verhält sich das eine zum anderen? Oder wird hier schlicht versucht, durch die kategoriale Zuweisung der Debatte unter ein Oberthema, in dem sich das jeweilige politische Lager besonders beheimatet fühlt, Deutungshoheit zu generieren? Oder verhält es sich eher so, dass hier tatsächlich ein Thema für das andere ausgeschlachtet und instrumentalisiert wird? Die nächste Nachlese-Runde beschäftigt sich u.a. mit der Frage, welche Strategien sich im politischen Diskurs zur Kölner Silvesternacht derzeit beobachten lassen und wie diese rhetorisch umgesetzt werden.

Folgende Artikel dienen als Diskussionsgrundlage:

Weitere Artikel zum Thema: